24. Februar 2018 Buchbesprechungen

Ralf´s Reader´s Corner: „Das Café am Rande der Welt“ – Eine Erzählung über den Sinn des Lebens“, von John Strelecky

Diejenigen, denen Streleckys „Big Five for Life“ gefallen, werden auch dieses Buch mögen. Es erschien im Original („The Why Are You Here Café) im Jahre 2003, vier Jahre vor den „Big Five“ und kann auch als deren Vorläufer verstanden werden. In den „Big Five“ erweitert Strelecky  den im „Café“ beschriebenen „Zweck der Existenz“ (ZDE) um die ebenfalls individuell völlig unterschiedlichen Big Five.

Was ist nun dieser ZDE? Nun, der ZDE beantwortet laut Strelecky die grundlegenden Fragen: „Warum bin ich hier? Warum existiere ich? Warum lebe ich?“ Hat ein Mensch seinen ZDE verstanden, wird er den Wunsch haben, ihm gerecht zu werden – oder nie wirklich glücklich sein, da unerfüllt.

Menschen, die ihren ZDE erkannt haben,  werden ein Leben lang Dinge ausprobieren, die ihn nähren. Und deswegen gut und glücklich leben. Sie sind auf Kurs.

Die höchste Stufe, die es nach Strelecky zu erreichen gilt, ist, dass man letztlich nur noch Dinge tut, die dem eigenen ZDE dienen.

Das erinnert mich ein bisschen an ein Utopia, oder Marxens Reich der Freiheit.

Eine interessante Aussage ist auch, dass Menschen, die ihren ZDE verstanden haben und ihn nähren, auch den Tod nicht mehr fürchten.

Immer wieder fordert der Autor dazu auf, Dinge, die den erkannten ZDE nähren, auch wirklich zu tun, nichts aufzuschieben. Goethe lässt grüßen.

Das ganze Thema ist, Strelecky-typisch , in eine recht banale Story eingebunden, hier in den zufälligen Besuch eines Cafés am Rande der Welt.

[Exkurs: immer, wenn ich an den Titel denke, kommt mir zwangsläufig Douglas Adams´fantastische Sci-Fi-Persiflage  „Das Restaurant am Rande des Universums“ in den Sinn. Köstlich, auch mal eine Buchbesprechung wert, diese vierbändige Trilogie „Per Anhalter durch die Galaxis“]

 

Zurück zu Strelecky: Der ZDE, um den sich alles dreht, erinnert mich stark an das, was Assig/Echter als „Ambition“ definieren. Aber eben als eine fast food Variante desselben. Nun muss fast food nicht schlecht sein, aber die Story ist ähnlich dünn, vorhersehbar,  und irgendwie auch sehr einfach durchschaubar, wie bei den Big Five. Und immer wieder tauchen Redundanzen auf. Auf mich wirkt es noch etwas dünner als die „Big Five“. Das mag aber an der Reihenfolge des Lesens liegen.

Dennoch ist auch dieses Büchlein von Strelecky eines, das auf unterhaltsame Art dabei helfen  kann, den eigenen Kompass so auszurichten, dass die Dinge im Leben passen.

Für Leser der „Big Five“ ein Muss, für Erstleser leichte Kost am Pool, wenn einem nicht nach Dostojewski ist. Wer tiefer gehen will, sollte aber z.B. Assig/Echter „Ambition“ lesen.

Fazit: 3,5/5 Sternen